die zukunft auf dem kicker

von sons – agentur für strategische und kreative markenentwicklung.

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ein couchgespräch mit dem vorstand der Kässbohrer Geländefahrzeug AG jens rottmair und schneestern-ceo dirk scheumann, livigno, mottolino (italien)

 

es fröstelt die drei herren auf der couch ein bisschen. sie sitzen im schneestern castello von livigno, dem spektakulärsten snowfeature der welt in den lombardischen alpen. als genüge das nicht, sitzen sie außerdem auf dem schmalen grat eines 10 meter hohen kickers. jens rottmair, vorstandssprecher der Kässbohrer Geländefahrzeug AG, und dirk scheumann, geschäftsführer der schneestern gmbh &co. kg, treffen anlässlich der nine knights supersession im april 2014 auf tobi stricker. der geschäftsführer der markenagentur sons, die PistenBully in marketing und kommunikation betreut, hat zu diesem gedankenaustausch in luftiger höhe eingeladen. es ist zwar keine therapiecouch, aber eine, auf der es sehr wohl um lebensentwürfe geht: um die zukunft des wintersports und die unternehmerischen chancen aufgrund von geänderten marktbedingungen.

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verrückte visionen
bei der nine knights supersession treffen sich alljährlich die neun besten freeskier der welt auf 2700 metern höhe, um auf einem mega-setup die freeskilatte höher zu legen, bildmaterial zu produzieren und miteinander ihren sport zu feiern. oscar wester, der big air contest winner, schwärmt von der vermutlich besten anlage, auf der er jemals gesprungen sei. für otto normalskiläufer ist das castello am mottolino mountain dagegen tabu. den grund dafür versteht man leicht, wenn man von der hochgehievten gesprächscouch aus den drop hinunterblickt. entworfen und gebaut wurde das schneeschloss vom führenden europäischen snowpark-entwickler schneestern gmbh & co. kg. persönliche leidenschaft war die keimzelle des rasanten aufstiegs: dirk scheumann kommt selbst aus der freeskiing-szene und begann irgendwann, seine ersten kicker zu bauen. mit jeder neuen idee wollte er dann die vorhergehende überbieten. man müsse sich einfach trauen zu spinnen, meint er. das ist freilich nur ein teil der wahrheit, denn die vision braucht ein tragfähiges fundament. deshalb legte dirk scheumann schon frühzeitig wert auf eine professionelle bauplanung.

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maximale sicherheit
inzwischen hat die schneestern gmbh & co. kg eine eigene software für den parkbau entwickelt. für so ein unternehmen muss man kreativer und ingenieur zu gleichen teilen sein, wie dirk scheumann betont. aus ungefilterten ideen erwachse zunächst eine vision, die dann auf dem prüfstand der ingenieure bestehen müsse. das sicherheits- und prozessniveau von schneestern entspricht höchsten industriellen standards. „schließlich bauen wir immer etwas, das noch nie vorher gebaut wurde“, ergänzt der ceo. da müssten alle parameter wie die schneestruktur, das wetter und das leistungsvermögen der nutzer mit berücksichtigt werden.

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zukunftsmarkt erlebnisparcours
wo das baumaterial aus schnee und nichts als schnee besteht, braucht man entsprechendes spezialgerät. so erklärt sich auch, wie es den vorstand der Kässbohrer Geländefahrzeug AG in das dorado der jungen freeskiing-szene verschlägt: PistenBully sieht im snowpark einen wichtigen zukunftsmarkt, denn der skibetrieb, wie wir ihn kennen, ist im umbruch. rückläufige besucherzahlen sind maßgeblich auch dem mangel an nachwuchs geschuldet. so sucht man nach konzepten, um die attraktivität für die alpinen zielgruppen zu erhöhen und ein junges publikum für neue spielarten des wintersports zu begeistern.
schon jetzt gehen viele skigebiete dazu über, mit kleinen parks ihr angebot erlebnisreicher zu gestalten. jens rottmair ist überzeugt davon, dass sich dieser trend fortsetzen wird: erlebnisparcours, funslopes und family parks in den verschiedensten formen dürften manchem skigebiet schon bald neues leben einhauchen. die schwierigkeitsgrade der parks werden sich in zukunft dem niveau der kunden anpassen und nicht umgekehrt. hier setzte pistenbully an, als der parkpro entwickelt wurde, einem perfekt auf snowparks zugeschnittenen pistenfahrzeug. mit dieser hochspezialisierten neuheit will man es skigebieten leichter machen, ihre wirtschaftlichkeit mit parkelementen zu steigern.

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lernen von der formel 1
jens rottmair räumt ein, dass den hohen entwicklungskosten für den parkpro noch geringe stückzahlen gegenüberständen. doch die profi nische diene ja vor allem als sprungbrett in den breitensport, und dort erwarte man in nicht allzu ferner zukunft eine deutlich ansteigende nachfrage. für die konzeption des parkpro suchten die ingenieure dennoch das extrem. sie fanden es im castello mit seinen unvergleichlich harten präparationsbedingungen. „das ist wie in der formel 1“, meint jens rottmair. „entwickelt wird für die höchsten anforderungen, damit alle segmente davon profitieren.“

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ein globaler trend
immer höher springt und fliegt der wagemutige sportnachwuchs über kicker und halfpipes. „snowparks sind für uns weniger fun als ,serious business‘“, bestätigt dirk scheumann. allerdings könnten intelligente sicherheitskonzepte das risiko minimieren. schneestern plant, solche konzepte schon bald gemeinsam mit pistenbully voranzutreiben. die synergieeffekte dürften allen akteuren zugutekommen. am ende blicken die drei leader von der couch aus über den großen teich: inwiefern sind europäische und globale trends miteinander verflochten? jens rottmair berichtet, dass wichtige impulse für den parkpro aus den usa kamen. umgekehrt schaut man auch in übersee immer öfter nach europa. für den vorstand wird es gerade jenseits des nationalen tellerrandes interessant: „man muss kulturelle hintergründe aus potenziellen märkten berücksichtigen, und das setzt gute kommunikation voraus.“ eine solche pflegt PistenBully etwa mit den nachwuchstalenten in den us-amerikanischen jugendcamps von woodward. gerade die jugendförderung zeigt, wie kässbohrer seine verantwortung für die neubelebung des wintersports versteht.

mutig neue wege beschreiten
auf die frage, was das neue pistenfahrzeug denn nun im detail leistet, verweist jens rottmair salomonisch auf die kommende interalpin. im april 2015 könne man den ParkPro dort erstmals live erleben. sprichts, lehnt sich ins gruppenbild mit herren zurück und lässt raum für ein resümee. darin erscheint der standort der markencouch als treffendes symbol: man muss bereit sein, sich den kicker hinunterzustürzen, um auf der anderen seite spektakulär nach oben zu schießen. das wagnis lohnt sich allemal. angesichts gewandelter märkte führt aber auch kein weg daran vorbei.

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